ach, übrigens…

… was ich Ihnen unbedingt noch erzählen möchte – zu schade, wenn ich das vergessen hätte:

Preußischblau

Die Farbe ist eine Eisenverbindung – Ferriferrocyanid – und wurde vom Alchimisten Diestock 1704 in Berlin entdeckt. Sie ist lichtecht, ungiftig und ein außergewöhnlich ergiebiges Pigment. Sie war ideal geeignet, das grobe Tuch der preußischen Uniformröcke zu kaschieren, während die großen französischen und österreichischen Heere im 18. Jahrhundert ungefärbtes und gebleichtes Tuch trugen und die Engländer sich eine kostspielige rote Einfärbung ihrer Uniformen leisten konnten.

Während der Besetzung Preußens durch Napoleon wurde Königin Luise wegen einiger ins Haar gesteckter Kornblumen von zwei französischen Generälen gerügt: Diese Blumen seien ja preußisch-blau und damit eine unerlaubte patriotische Demonstration. Die Königin antwortete: “Seit Ihre Armee unsere Kornfelder zertrampelt haben, meine Herren, gehören die Kornblumen zu den seltenen Kostbarkeiten in Preußen!”


 nach oben

der kleine drache

der drache auf dem goldnen dach
vom teehaus sagt sich traurig, ach
es ist so schön, dies sanssouci,
der park und die orangerie.
ich würd ja lieber auch mal sehn
wie es so ist, spazier'n zu gehn,
statt immer auf dem dach zu sitzen
und in der sonne so zu schwitzen.
ich könnte ja vielleicht zur sphinx,
die wohnt ja gleich da vorne links,
und dann mit ihr zum heil'gen see.
bestimmt gibt es da nicht nur tee…


gesagt, getan, er springt ins gras,
potzblitz und schwefel, macht das spass!
die grosse runde soll es werden -
hier ist das paradies auf erden!
vor glück spuckt er ein bisschen feuer,
der sphinx ist das nicht ganz geheuer.
sie wusste nicht, dass kleine drachen
vor freude gar so feurig lachen.
so wirkt sie etwas angestrengt,
genau gesagt, leicht angesengt.


dem drachen ist das furchtbar peinlich,
ist doch die sphinx sonst eher reinlich.
fortan freut er sich nur noch leise
und geht allein auf seine reise,
und erst nach 24 stunden
hat er sich wieder eingefunden.
was er erlebt hat, weiss man nicht.
ein echter drache, der hält dicht -
nur manchmal hört mans leise lachen
von oben und vom teehausdrachen.

Text: Anke Tröder. Vielen Dank dafür!


 nach oben

Könige, in richtiger Reihenfolge

Immer wieder höre ich meine Gäste seufzen, sie könnten die preußischen Könige nicht auseinanderhalten, bzw. würden ihre Reihenfolge durcheinanderbringen. Das wird auch nicht erleichtert dadurch, daß sie alle Friedrich, Wilhelm oder Friedrich Wilhelm hießen – ich weiß. Hier sind sie, in Reihe:

Der erste König Friedrich I. war vor der Königswürde Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg. Sein Vater hieß – natürlich – Friedrich Wilhelm, und das ist der Mann, den die Geschichte den Großen Kurfürsten nennt.

Und wenn Sie sich weiter in die Stammbäume einarbeiten wollen, Lebens- und Regierungsdaten benötigen oder wissen wollen, wie es der Familie heute geht, empfehle ich Ihnen, zur Quelle zu gehen bzw. zu surfen: www.preussen.de, die offizielle Website der Hohenzollern.


 nach oben

Die Stadt und die Sphinx

“Und er (Knobelsdorff) liebte weiter – wie seine ganze Zeit – Sphinxe, weil sie amourös und geheimnisvoll zugleich sind. Ich weiß gar nicht, wieviel dieser verlockenden oder verderblich lächelnden löwentatzigen Frauenwesen in Potsdam noch heute ihr steinernes Unwesen treiben. Selbst auf Stuckdecken fand ich ihre schweren Leiber. Sie bewachen den Eingang zu Potsdam an der Havel, das Stadtschloß; und sie bewachen den Eingang zum Park von Sanssouci, wo sie sogar gepuderte Perücken, Fächer und Schleier haben, die Amor selbst vergeblich ihnen vom lockend verhüllten Antlitz zu zerren versucht.” *

 nach oben

Denkmalschutz in Potsdam

“Auf ausdrücklichen Immediatbefehl Sr. Königl. Majestät wird denjenigen Einwohnern zu Berlin und Potsdam, welchen auf Königl. Kosten Häuser erbaut worden sind, hierdurch bekannt gemacht, dass sie keineswegs die Freiheit haben, an der Fassade sotaner Häuser Veränderungen nach ihrem Gutbefinden vorzunehmen. Es bleibt ihnen daher allen Ernstes untersagt, weder die Attiken, Vasen, Statuen, Gruppen oder andere Verzierungen davon wegzunehmen oder zu verändern, wie sich einige bereits erdreistet haben, sondern alles in dem Zustande zu lassen und zu erhalten, wie ihnen solches übergeben ist. Und wollen Se. Königl. Majestät ferner, daß wenn an einem solchen Ornament etwas schadhaft geworden ist, die unbemittelten Eigentürmer dieses sogleich dem Oberhofbauamte anzuzeigen haben, welches Sorge tragen wird, daß die Reparaturen ohne Anstand auf Königl. Kosten geschehen soll.”

Mit diesem “Publikandum” von Friedrich Wilhelm II., Neffe Friedrichs des Großen, veröffentlicht am 31. August 1787, beginnt der Denkmalschutz in Potsdam.


 nach oben

Die Legenden um Friedrich II.

“Den Namen jedoch dieses gewaltigen, dabei dämonisch reichen, kaum ergründbaren Menschen zum chauvinistischen Gassenschrei machen, das ist genau so berechtigt und genau so tief, als wollte man den Gehalt von 'Tristan und Isolde' auf die Formel bringen: die Liebe ist doch ein famoses Pläsier. (…) Das Volk sah diesen weltberühmten Alten, dürftig und krank, fast körperlos, im schlechten Rock bei Staub und Hitze seine Länder durchreisen und durchspähen, und keine Vermummung, keine abenteuerliche Begebenheit schien den Leuten zu seltsam, um sie ihm anzudichten.” *