preußischblau

Das Potsdamer Weblog preußischblau: Aktuelles aus Potsdam und Notizen einer Stadtführerin.


 

29. August 2009

In eigener Sache: Zensur oder nicht Zensur, das ist hier die Frage!

Aus seltsamerweise gegebenem Anlaß habe ich mich heute an etwas erinnert gefühlt, was ein preußischer König wohl einmal gesagt bzw. erlassen hat: Die Presse soll nicht genieret werden! Oder so ähnlich. Ich müßte es nachschlagen, dazu habe ich aber gerade keine Lust...

Nun bin ich ja nicht die Presse. Und auch diese Website ist kein journalistisches Produkt, sondern die Website einer selbständigen Stadtführerin in Potsdam. Und dieser Bereich meiner Website, in dem wir uns gerade befinden, ist der Ort, an dem ich von meinen Erlebnissen berichte, über Dinge aus Potsdam schreibe, auch einmal Hinweise auf bestimmte Höhepunkte gebe oder einfach Eindrücke festhalte. So weit, so gut, so frei.

Das ist das Stichwort: Ich bin frei in meiner Äußerung; ich schreibe hier, was ich will und möchte. Ich muß bei niemandem Erlaubnis einholen und mich vor niemandem rechtfertigen. Es ist selbstverständlich, daß ich die Anonymität meiner Kunden wahre (es sei denn, sie haben anders entschieden) und mich ganz allgemein an die Regeln des Anstands halte.

Aber ich lasse mir von niemandem hereinreden und schon gar nicht zensieren. Wenn jemandem meine Äußerungen hier nicht gefallen, dann kann er oder sie mich ansprechen und wir reden darüber. Nur sollte ich, die ich als 14jährige das erste Verhör mit der Staatssicherheit der DDR über mich ergehen lassen mußte, niemals mehr hören müssen: Löschen Sie das! Widerrufen Sie! Das ist schädlich!

Auf diesem Ohr war ich schon damals taub und ich bin es heute noch. Und stolz darauf! Es lebe die freie Meinungsäußerung - zum Wohl!

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10. August 2009

Ich treffe das erste Mal einen Europäer!

Das sagte einer von den ungefähr 400 Österreichern und Österreicherinnen, die ich in diesem Sommer per Stadtrundfahrt mit jeweils zwei Ausstiegen durch Potsdam geführt habe. Naja, eigentlich bin ich ja eine Europäerin, aber wenn es um so wichtige Dinge geht, bin ich nicht empfindlich...

Wir sprachen miteinander am Schloß Sanssouci: Über Friedrich den Großen, über die Kriegsschäden des 2. Weltkrieges, über den Kalten Krieg, die Wiedervereinigung Deutschlands, meine und die Erfahrungen meiner Gäste. Locker im Ton, mitunter sogar recht frotzelnd und frech in beide Richtungen, dabei immer sehr interessiert und ernsthaft bei der Sache.

Wissen Sie eigentlich, warum wir heute so offen miteinander umgehen können? Das hatte ich in die große Runde gefragt. Weshalb wir über so umstrittene geschichtliche Ereignisse so locker und freundlich reden können?

Da gucken sie alle erwartungsvoll, diese wunderbaren, aufmerksamen und exzentrischen Nachbarn: Weil wir in einem vereinten Europa leben und dies seit Jahrzehnten üben. Sag ich. Schweigen, ich würde sagen: verblüfftes. Und dann sagt ein Mann, der bisher gar nichts gesagt hat: Ich treffe das erste Mal einen Europäer! Na, das wird doch Zeit, oder?

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