preußischblau

Das Potsdamer Weblog preußischblau: Aktuelles aus Potsdam und Notizen einer Stadtführerin.


 

12. März 2009

Magdeburger Charme

"Guten Tag Herr Dr. Trümper, Sie wollte ich gern persönlich begrüßen!"
"Ach, und warum?"

Ich bin mit den Oberbürgermeistern der ostdeutschen Städte in der Schiffbauergasse unterwegs, sie sind zu einer Arbeitstagung in der Stadt. Eine sehr nette Gruppe, alle verstehen sich offenbar sehr gut, die Stimmung ist gelöst, obwohl es wie aus Eimern schüttet. Den OB von Magdeburg wollte ich unbedingt persönlich begrüßen: "Weil ich gebürtige Magdeburgerin bin!", sage ich. Er erwidert wie aus der Pistole geschossen: "Ach was! Das muß ja sehr lange her sein, man hört es Ihnen gar nicht mehr an!"

Die umstehenden Städte brechen in Gelächter aus, ich japse gespielt empört nach Luft. "Nehmen Sie es ihm nicht übel", sagt seine Begleiterin, "so ist er immer, sehr geradeaus und immer feste druff!"

Jetzt hat auch der Magdeburger Oberbürgermeister bemerkt, daß es nicht eben charmant ist, einer Frau zu sagen, ihre Geburt wäre sehr lange her, und muß über sich selber lachen. Versöhnlich legt er mir den Arm um die Schulter. "Na", sag ich, "schon gut. Meiner Geburtsstadt nehme ich nichts übel!"

Und außerdem sind die Potsdamer jetzt auch nicht gerade für ihren ausgeprägten Charme bekannt, oder?

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3. März 2009

Ein T-Shirt auf der Brücke der Einheit

Die Glienicker Brücke ist auch heutzutage immer für eine überraschende Begegnung gut. Kaum waren meine heutigen Gäste dort ihrem Auto entstiegen, erkannten sie einen Herrn, der, in Begleitung einer Potsdamerin, die ich nun wiederum erkannte, eben auch gerade den Blick über den Jungfernsee genoß.

Ich war heute dort als Geburtstagsgeschenk für eine ältere Dame - ihre Kinder hatten ihr eine Stadtrundfahrt geschenkt. Und da Frauen an ihrem 80. Geburtstag gewisse Vorrechte besitzen und diese auch zu nutzen wissen, wurde der Herr angesprochen, in ein nettes Gespräch verwickelt, freute sich auch sehr, und seine Begleiterin, eine frühere Kundin von mir, fragte, ob sie sich auf der Glienicker Brücke meiner Führung anschließen dürften.

"Aber selbstverständlich!", kam die prompte Antwort meiner Gäste. Denn es sind meine Gäste, die in solchen Situationen entscheiden, mit wem sie ihre Stadtführerin teilen wollen. Und so standen wir also alle beisammen mitten auf der Brücke und ich erzählte u.a. von dem einzigen Grenzdurchbruch, der hier gelungen ist.

Dann trennten sich unsere Wege wieder. Aber bevor der Herr sich sehr herzlich von der 80jährigen Jubilarin verabschiedete, bat er noch um ihre Adresse: Er werde ihr als kleinen Gruß und Geburtstagsgabe ein T-Shirt schicken! Die Adresse wurde auf der Rückseite einer meiner Visitenkarten notiert, es folgte allgemeines Händeschütteln und Aufwiedersehen-Sagen, und eine immerwährende Erinnerung einer alten Dame an eine bemerkenswerte Begegnung auf der Glienicker Brücke war geboren.

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2. März 2009

Historisches Rüstzeug und angemessene Kleidung

Heute erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel über "Akademische Missionare" und damit über eine Gruppe von Alumni der Universität Potsdam, die ich Mitte Februar durch die Potsdamer Innenstadt geführt hatte.

Im Auftrag meiner früheren Uni mit polnischen und russischen Gästen unterwegs zu sein, war mir natürlich ein Vergnügen. Zumal diese wissen, wie man sich richtig anzieht. Zur Erinnerung: Mitte Februar hatten wir hier richtigen Winter in Potsdam! Osteuropäer finden das aber nicht überraschend, kleiden sich entsprechend und stehen nicht schlotternd und mit triefigen Nasen vor mir. Was ich leider nicht von allen meinen Gästen im vergangenen Winter behaupten kann...

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