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Das Potsdamer Weblog preußischblau: Aktuelles aus Potsdam und Notizen einer Stadtführerin.
30. November 2007
Adventsauftakt mit Führung in der Russischen Kolonie Alexandrowka
Am 2. Dezember 2007 sind Sie eingeladen, den Adventsauftakt in ganz besonderer Atmosphäre in der Alexandrowka in Potsdam zu erleben:
Im Hofladen im Haus Nr. 5 werden Sie von Anja Rohwerder am Kaminfeuer erwartet: Sie wird das alte Glashaus auf ihrem Grundstück in eine Schatzkiste mit wunderschönen Tischdekorationen, Baumschmuck und Geschenken verwandeln. Vieles davon stellt sie selbst her: So näht sie zum Beispiel Schürzen, Tischdecken und auch sehr spezielle Topfhandschuhe, mit denen man den Weihnachtsbraten ohne Verletzungen aus der Röhre bekommt...
Und damit Sie auch erfahren, in welcher wundersamen Welt Sie sich in der Alexandrowka befinden, können Sie sich meiner öffentlichen Führung anschließen: Treffpunkt ist um 14.00 Uhr an der Straßenbahnhaltestelle Puschkinallee direkt an der Russischen Kolonie. Kosten: 4 Euro pro Person.
Beim weiteren Bummel lohnt sich auch ein Besuch im Museum der Alexandrowka im Haus Nr. 2 - es bietet die einmalige Gelegenheit, eines der Kolonistenhäuser auch einmal von innen zu sehen! Und das Restaurant im Haus Nr. 1 wärmt natürlich auch an diesem Tag seine Gäste mit Tee aus dem Samowar, russischen Spezialitäten oder einem Gläschen Wodka - das schöne und authentische Restaurant ist auch ein Geheimtipp für Weihnachtsfeiern.
Der Hofladen im Haus Nr. 5 ist übrigens nicht nur an diesem Tag, sondern an den ersten drei Adventswochenenden von 12.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Labels: Veranstaltungstips, Weihnachten
19. November 2007
Weihnachtsmärkte sind ansteckend
Und jetzt hat es auch das Oberstufenzentrum in der Berliner Straße erwischt: "Ein Hauch Weihnachtsharmonie" erwartet die Besucher in der Puddingakademie:
"Weihnachten ganz nah - wenn die Tage kürzer werden und jeder sich zu Wärme und Kerzenschein hingezogen fühlt, öffnen wir weit unsere Tore zu einem romantischen vorweihnachtlichen Wochenende. Gehen Sie am 30.11.2007 mit hausgemachten Leckereien und erlesenen Getränken in das Wochenende und stimmen Sie sich und Ihre Kinder am 1.12.2007 bei einem Programm für die ganze Familie auf die Vorweihnachtszeit ein. Auf Ihren Besuch im Lichterhof freuen sich künftige Gastronomen vom Oberstufenzentrum Johanna Just Potsdam."
Das alles am 30.11.07 ab 18.00 Uhr und am 1.12.07 ab 16.00 Uhr. Ich hab's dabei nur um die Ecke und "hausgemachte Leckereien" am Freitagabend klingt gut - da kann ich mir das Kochen sparen...
Labels: Veranstaltungstips, Weihnachten
15. November 2007
Weihnachtsmärkte in Potsdam
Potsdam ist nicht Dresden oder Nürnberg oder Quedlinburg und damit wahrlich nicht unter den bekannten Weihnachtsstädten Deutschlands. Aber außer dem normalen Weihnachtsmarkt, den wir natürlich auch in Potsdam haben, und den ich ehrlich gesagt umgehe, haben sich im preußischen Advent doch einige Besonderheiten etabliert. Und es kommen sogar neue Amüsements hinzu in diesem Jahr!
Der erste, weil schon am 24. November Eröffnung feiernde Markt ist der im Krongut Bornstedt, ab 26. November läuft er dann täglich bis zum 30. Dezember. Ja, richtig gelesen. Advent also, der sich bis in die Rauhnächte hinzieht, im italienischen Dörfchen Potsdams. Böhmisch in Babelsberg: Vom 30. November (so ab 17.00 Uhr) bis zum 2. Dezember feiert man auf dem Babelsberger Weberplatz einen böhmischen und mittelalterlich angehauchten Weihnachtsmarkt.
Weiter geht es mit den Niederlanden am zweiten Adventswochenende: Der Sinterklaasmarkt im Holländischen Viertel bietet am 8. und 9. Dezember den in Berlin und Potsdam lebenden Niederländern heimatliche Gefühle. Keine Bange, man kommt auch ohne holländische Staatsangehörigkeit auf diesen schönen Markt. Und besonders für die Kinder ist der extra auf einem Schiff aus Holland angereiste Sinterklaas die größte Attraktion. Die letzten Jahre ritt der stattliche Mann dann vom Hafen aus auf einem Schimmel das letzte Stück bis in das größte Stück Holland außerhalb Hollands, begleitet von einem musizierenden Gefolge!
Die nächste Weihnachtsmarkt-Station ist Polen, das in diesem Jahr zum dritten Mal mit einem Sternenmarkt im Kutschstallhof zu Gast ist. Vom 14. bis 16. Dezember erwartet einen dort authentisches polnisches Kunsthandwerk: Holz- und Keramikarbeiten, Schmiedeeisernes und Schmuck, Felle von Schafen, die noch nach Schafwolle riechen, geräucherter Käse aus der Hohen Tatra und natürlich: große Pfannen Bigos! Aaah! Letztes Jahr habe ich extra ein nicht ganz kleines Gefäß mit zum Sternenmarkt genommen und mir mit Bigos füllen lassen, damit ich über die kalten Rauhnächte komme. Dazu gibt es auf der kleinen Bühne die ganze Zeit ein wundervolles Programm mit polnischen Musikern und für mich die Gelegenheit, mein einziges polnisches Wort zu üben: Dankeschön!
Neu hinzu kommen in diesem Jahr zwei weitere Gelegenheiten, den Geist der Weihnacht in Potsdam zu suchen: Am 9. Dezember ein kleiner Markt im Hofgarten von Schloß Cecilienhof, aber nur von 16.00 bis ungefähr 20.00 Uhr! Wie mir verraten wurde, gibt es dort zum Beispiel auch Kakao- oder Zimtsalz zu erwerben, neben aromatisierten Ölen und Essigen, die Katrine Borchert alle in Handarbeit selbst herstellt.
Und als Adventsauftakt - ja, am Ende alles zurück auf Anfang - am 2. Dezember in der Russischen Kolonie Alexandrowka von den Bewohnern selbst erdachte und sehr besinnliche Vergnügungen. Und damit die historische Bildung nicht zu kurz kommt, am Nachmittag um 14.00 Uhr eine öffentliche Führung durch die Kolonie mit mir. Aber darüber wird an dieser Stelle noch einmal gesondert berichtet werden!
Labels: Veranstaltungstips, Weihnachten
10. November 2007
Ich sollte Sportwetten abschließen
Als ich meine kleine Gruppe am Eingang vom Dorint-Hotel treffe, kommen dort gerade viele Herren in schwarzen Trainingsanzügen herausgeschlendert. Und meine Gäste wissen bescheid: Es ist die Mannschaft von Hannover 96, die heute nachmittag gegen Hertha spielen wird. Aha. Schön schön, da ist man also in Potsdam untergebracht. Die Hannoveraner schlendern über die Kreuzung hinüber zur Alexandrowka, da wollen wir auch hin, da werden wir sie wohl wieder treffen, ist ja auch ideales Jogginggelände.
Als wir an der Kreuzung in der Mitte der Alexandrowka stehen, kommen sie wieder an uns vorbei - immer noch schlendernd und plaudernd. Einer meiner Gäste macht ein Foto für seinen Sohn, der Spieler nickt verständnisvoll. Nur joggen tut kein einziger. Seltsam, sagt einer meiner Gäste. Und ein anderer: So sehen keine Sieger aus! Er muß es wissen, denk' ich, die kleine Gruppe großer Männer hier hat früher zusammen Basketball gespielt. Und ich muß also während der ganzen Führung mit in den Nacken gelegtem Kopf zu ihnen sprechen.
Und am Abend höre ich in den Nachrichten, daß tatsächlich Hannover gegen Hertha verloren hat. Aber das hatte ich ja schon vorher gewußt...
Labels: Gästegeschichten
5. November 2007
Die Potsdamer Bastion
Wiederaufbauprojekte gibt es in Potsdam viele, und Potsdam hat auch viel Bedarf daran. Etwas abseits der üblichen touristischen Routen liegt die Bastion:
2005 gründete sich ein Verein, der die Geschichte der Siedlung am Schillerplatz und der Bastion bewahren will. Am Ende der Schillerstraße wurde 1938 ein rundes Bauwerk mit Freitreppen und Aussichtsplattform gebaut. Im Innern verbarg sich ein Pumpwerk, welches die Grünflächen der Siedlung mit frischem Havelwasser versorgte. Die Anwohner nannten dieses Bauwerk "Bastion" in Anlehnung an die Bauweise, denn es glich einer kleinen Befestigungsanlage.
Da die Bastion im Laufe der Zeit verfiel und in Vergessenheit geriet, soll sie nun aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt werden. Der Verein hofft, dass die Bastion u.a. als Rastplatz für Radwanderer genutzt wird. Eine touristische Aufwertung der Gegend - da viele Radfahrer auf dem Europaradweg R1, die in Richtung Templiner See, Caputh, Werder oder Geltow unterwegs sind - wäre wünschenswert. Desweiteren könnte die Bastion 2010 wieder als Ergänzung der Siedlung um den Schillerplatz und als erholsamer Ort zum Verweilen dienen.
Zur Zeit sind beim "Förderverein zum Wiederaufbau der Bastion am Schillerplatz e. V." Ein-Euro-Jobber damit beschäftigt, die Bastion Stein für Stein wieder auszugraben und in Archiven und Bibliotheken die Historie der Siedlung und des kleinen Bauwerks zu erforschen. Sie sprechen mit Anwohnern und Zeitzeugen und sorgen dafür, daß nichts in Vergessenheit gerät. Der Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden, den Spendenkatalog kann man über die Geschäftsstelle der WBG Potsdam-West, Schillerplatz 20, 14471 Potsdam, Telefon: 0331-9716990 erhalten.
(Der Text wurde vom Verein zur Verfügung gestellt und von mir gekürzt und bearbeitet.)
Labels: Geschichte, Hinweise
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