Aktuelles > preußischblau
Das Potsdamer Weblog preußischblau: Aktuelles aus Potsdam und Notizen einer Stadtführerin.
15. Juni 2007
Beamten-Mikado und Schlüpferrosa
"Aber es ist wohl eine spezielle Mischung aus Lethargie, Lust am Verhindern, an Umständlichkeit, an Bürokratie."
Quelle
Günther Jauch, der Mann, der die Überprüfung der Potsdamer Bauverwaltung ausgelöst hat, äußert sich heute in einem Interview zu dem Vorgang. Und hier ein weiterer Artikel dazu, der am Ende auch eine Erklärung zu der herrschenden Mentalität in der Verwaltung anbietet...
Labels: Stadtleben
14. Juni 2007
Die meditierende Bauverwaltung
"Damit das anders wird, soll nun im Rathaus eine unabhängige Denkmalschutz-Schlichtungsstelle eingerichtet werden, so dass Bauherren gegen überzogene Auflagen intervenieren können. In besonders strittigen Fällen solle es ein Meditationsverfahren geben, was bundesweit ein Novum wäre." Quelle
Ja, in der Tat - das wäre neu!
Gemeint hat die PNN natürlich nicht Meditation sondern Mediation. Das nenne ich aber mal einen charmanten Fehler! Doch vielleicht würde es ja tatsächlich helfen, die Potsdamer Bauverwaltung von Zeit zu Zeit darüber meditieren zu lassen, was ihre Aufgabe ist: Der Stadt und den Bürgern zu dienen.
Und wenn es an Führung mangelt, dann könnte man sich ja immer noch mit historischen Maßstäben behelfen, an denen in Potsdam, der alten Residenzstadt Preußens, nun wahrlich kein Mangel herrscht. Oder glaubt da draußen jemand, preußische Beamte hätten Meditation oder Mediation gebraucht, um sich über ihre Aufgabe im Klaren zu sein? Na?
Und auch der Oberbürgermeister hätte für's Aufräumen der Bauverwaltung ein leuchtendes Vorbild, wenn er denn wollte: Es war in Potsdam üblich, daß schlampige Arbeit mit einem Aufenthalt in der Gefängnisfestung Spandau beantwortet wurde - besonders unter Friedrich II. ein gern eingesetztes Mittel.
Labels: Geschichte
9. Juni 2007
Britisches Schwitzen
Um 1500hrs sind wir verabredet an der Glienicker Brücke. Auf die Minute genau klingt mein Handy: Sie würden sich verspäten - Radrennen in Wannsee. Sieben Minuten später spricht mich eine sehr junge Frau im weißen Sommerkleidchen an: Hallo, I'm Rebecca!
Rebecca, im Rang eines Leutnants, bemerkt meine Überraschung. Angekündigt waren per Mail acht "britische Militärangehörige" im Kleinbus. Hätten Sie da nicht auch an gestandene Herren im besten Alter gedacht? Na?
Der Kleinbus hat sich verfahren, ist in Klein Glienicke in einer Sackgasse steckengeblieben - und Rebecca ist nicht älter als ihre sieben Kameraden, aber die einzige Frau. Also laufen wir schnell zum Bus und fahren als erstes zu den Villen, in denen Truman, Churchill und Stalin während der Potsdamer Konferenz gewohnt haben. Das muß sein, das geht nicht ohne.
Und das ist erst der Auftakt zu einer dann fast dreistündigen Stadtrundfahrt, in der wir alle schwitzen, weil die Klimaanlage nicht wirklich was taugt, die Jungs (sorry!) und Rebecca mir Löcher ins Hirn fragen und Potsdam zeigt, daß es besonders für Angehörige der früheren Allierten ein Knotenpunkt ihrer Geschichte ist.
Am Schloß Cecilienhof entfährt ihnen genau das, was ihre Königin vor zweieinhalb Jahren auch schon spontan geäußert hat, als sie dort aus ihrem Auto stieg: It looks like home!
Am Ende unserer Fahrt sind wir alle erschöpft, durchgeschwitzt und glücklich, unseren Beitrag zur Völkerverständigung geleistet zu haben: Potsdam ist am 14. April 1945 von der Royal Air Force bombardiert worden, und das habe ich nicht verschwiegen. Unser Wort des Tages? Reconciliation - Versöhnung.
Und dann bekomme ich zum Abschied auch noch einen Handkuß von einem besonders wißbegierigen Soldaten. Auch junge Briten sind eben Gentleman...
Labels: Gästegeschichten
kontakt@visit-potsdam.de
mobil: 0177-8805780
Abonnieren
Posts [Atom]