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Das Potsdamer Weblog preußischblau: Aktuelles aus Potsdam und Notizen einer Stadtführerin.
30. Juni 2006
Elfmeterschießen
In der Halbzeitpause habe ich in der Schinkelhalle angerufen (man hat so seine Quellen, isjaklar): Heute hat dort garantiert niemand nach oben gesehen! Original-Ton des Angerufenen: Hier ist es brechendvoll! Die Leute sitzen aufeinander!
Labels: Schiffbauergasse
26. Juni 2006
Fußball mit Schinkel

Fußballgucken in der Schinkelhalle auf dem Areal Schiffbauergasse - alle Spiele, eintrittsfrei, nettes Publikum, unwettersicher und mit Prädikat "architekturhistorisch wertvoll": 1822 von Karl Friedrich Schinkel erbaut, ist diese ehemalige Reithalle der Potsdamer Garde Husaren der Augapfel der Denkmalpfleger. Gucken Sie mal nach oben: Ein freitragendes Dachstuhlhängewerk aus Holz über einem Grundriß von 20 mal 40 Metern - das ist schon eine Leistung 1822! Ja, ich weiß, wer guckt schon nach oben, wenn die eigene Mannschaft gerade Weltmeister wird...
PS: Und übrigens - die vielen leeren Plätze täuschen. Das Foto hab ich letzten Freitagnachmittag gemacht. Wer hat da nochmal gespielt...? Sehen Sie -
Labels: Schiffbauergasse
13. Juni 2006
Die Tore und das Lernen
Ich solle verzeihen, aber sie hätte eine ungewöhnliche Frage. Und auch entschuldigen, daß sie einfach so anruft.
Jetzt bin ich neugierig, und das sag ich ihr auch.
Ja, also ihr Sohn müsse für seine Hausaufgaben herausfinden, warum die Potsdamer Stadttore so heißen, wie sie heißen. Und beim Brandenburger Tor hätte sie es schon herausgefunden - es würde in Richtung der Stadt Brandenburg führen. Aber das Nauener Tor? Und das Jägertor?
Ich finde das ja schön, wenn Eltern die Hausaufgaben für ihre Kinder machen, das bildet die Eltern ungemein, aber deswegen muß es ja nicht gar so einfach sein. Also, wenn das Brandenburger Tor nach einer Stadt heißt, in deren Richtung es führt, dann heißt das Nauener Tor -
nach der Stadt Nauen! Sie klingt erleichtert und ein bißchen stolz. Ja, richtig, gut gemacht, sag ich - der Mensch lernt nur über Lob. Und nun das Jägertor.
Ja, dazu hätte sie irgendwo gefunden, daß es zur Zeit eines Fürsten in dessen Fasanerie führte.
Nicht schlecht für den Anfang, aber das reicht natürlich nicht. Also erstens: Es war der Kurfürst, sogar der Große Kurfürst. Ach ja, moment. Ich denke, sie schreibt mit. Und vom Jägertor führte eine Allee in sein bevorzugtes Jagdgebiet. Ach so! Ich kann hören, daß da noch etwas unklar ist: Wissen sie, was eine Fasanerie ist?
Es hat mit Fasanen zu tun, sagt sie. Sehen sie, sag ich, sie wissen ja schon alles, und dann erst erkläre ich ihr, was eine Fasanerie ist, und weshalb es so praktisch war, so etwas gleich in Nachbarschaft zum Jagdgebiet zu haben. Auch Große Kurfürsten brauchen manchmal schnelle Erfolge...
So viel Erleichterung war selten, und so viel Dankbarkeit. Und nochmals Entschuldigungen. Wissen sie, sag ich, es ist nicht so seltsam, wie sie vielleicht glauben, ich bekomme öfter solche Fragen, auch wenn ich nicht gerade Leute durch die Stadt führe.
Und ehrlich gesagt ist es mir egal, wer nun letzten Endes klüger wird - Mutter oder Sohn. Aber das sage ich ihr nicht. Ich bin Stadtführerin und nicht erziehungsberechtigt...
Labels: Gästegeschichten
11. Juni 2006
Und nun zum Sport

Das Potsdamer Stadtgebiet war heute in großen Teilen für die Läufer des Potsdamer Schlössermarathons gesperrt, die sich über eine etwas größere Anteilnahme des Publikums sicher gefreut hätten. Aber es war doch so heiß, da will man doch nicht an der Strecke stehen! Na, zum Rasenmähen all überall waren die Temperaturen offenbar nicht zu hoch. Und die Touristen nahmen es gelassen, war doch die Buszufahrt zum Schloß Sanssouci selbstverständlich freigehalten worden - und das ist ja wohl das Wichtigste...
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8. Juni 2006
Das 18. und das 21. Jahrhundert

Zu friderizianischer Zeit entstand auf dem Ruinenberg oberhalb des Schlosses Sanssouci eine der frühesten Landschaftsstaffagen Europas, ein Teil davon als antiken Theatern nachempfundene Ruinenwand, oft auch einfach Theaterprospekt genannt. In jüngster Zeit entstanden ist der Neubau des Potsdamer Theaters, in dessen Baukörper der Architekt Gottfried Böhm einen Gasometer des alten Gaswerkes integrierte.
Labels: Impressionen
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