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Das Potsdamer Weblog preußischblau: Aktuelles aus Potsdam und Notizen einer Stadtführerin.
28. Februar 2005
Schnee in der Schiffbauergasse
Die nächste öffentliche Führung über das Areal der Schiffbauergasse ist am kommenden Sonnabend, den 5. März 2005 - mehr Informationen finden Sie wie immer hier. Auch wenn am 1. März für die Meteorologen der Frühling beginnt - ein Vom-Eise-befreit-sind-Strom-und-Bäche-Spaziergang wird es wohl nicht werden, wenn ich heute abend so aus dem Fenster sehe...
Ziehen Sie sich warm an!
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22. Februar 2005
Ein volles Haus
Für alle, die letzten Sonnabend den Tag der Offenen Tür auf der Theaterbaustelle verpaßt haben, sind hier einige Fotos als Trost:

Und nein, leider wird ein weiterer Besuch der Baustelle nicht möglich sein, denn der Innenausbau beginnt jetzt. Erst im nächsten Jahr, und zwar Ende August 2006, kann die Öffentlichkeit dann endgültig Besitz nehmen vom neuen Potsdamer Theater: Intendant und Geschäftsführer hofften letzten Sonnabend, daß die über dreitausend Besucher dieses Tages sich in Besucher der Aufführungen verwandeln und zur Auslastung des Hauses beitragen werden.

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12. Februar 2005
Frischer Kaffee und frisches Öl
Wenn im Winter das geliebte Motorrad mit schweren Leintüchern bedeckt und vom Frostwächter bewacht zu Hause in der Garage steht, ist das dennoch kein Grund, auf den besten Kaffee der Stadt zu verzichten. Es mag seltsam erscheinen, hier mit dem Auto oder dem Fahrrad ranzufahren, aber an diesem Ort herrscht freundliche Toleranz für alle Bewegungsarten.
Was es ist? Eine ehemalige Tankstelle aus dem Jahr 1936, gebaut von Estorff und Winkler. Und nachdem fast alle Tankstellen aus dieser Zeit von den Autobahnen verschwunden sind ein rarer Zeitzeuge, Augapfel der Denkmalschützer. Es ist eine Harley-Davidson-Werkstatt; doch auch, wer sich auf einer anderen Marke gerade noch über die Glienicker Brücke nach Potsdam herüberschleppt, wird hier freundlich weitervermittelt. Es ist das "Biker's Cafe", mit dem, ganz im Ernst, besten Kaffee der Stadt, immer freundlichen und hübschen Kräften an der Selbstbedienungsluke, Che-Guevara-Postern in zwei kleinen Innenräumen, roten Zapfsäulen neben den Außenplätzen und einem jeden Tag wechselnden Mittagessen. Offen ist immer von neun bis "Schluß ist", die Werkstatt hat kürzere Öffnungszeiten.
Die Tankstelle lag früher direkt am ersten Zaun des Grenzstreifens, heute ist der Blick zur Glienicker Brücke frei, gegenüber liegt eine der größten Potsdamer Bausünden der 90er Jahre, und im Haus nebenan wird Cicero gemacht. Für Menschen, die Gesellschaft oder Männer suchen oder ihren Kindern ungefähr hundert Motorräder zeigen wollen, sei der Himmelfahrtstag empfohlen. An ruhigeren Tagen dürfen die Kleinen auch einen Blick und Schritt in die Werkstatt wagen - mit Respekt bitteschön!
Biker's Cafe und
Harley-Davidson-Werkstatt
Inhaber: Werner Heuser
alte Tankstelle an der Glienicker Brücke
Berliner Straße 88
Telefon: 0331-2801970
täglich geöffnet ab 9.00 Uhr "bis Schluß ist"
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7. Februar 2005
Essen, Trinken, Einkaufen
Ich wurde schon oft gebeten, hier auf meiner Website Tips zum Essen und Trinken in Potsdam zu geben, und auch nach schönen Geschäften wird immer wieder gefragt. Nun bin ich keine Restaurantkritikerin oder Einkaufshilfe, sondern Stadtführerin. Eben drum!, sagen die Leute dann immer. Na schön, aber dann müssen alle Leser auch mit meiner subjektiven Auswahl leben, das heißt, auf Vollständigkeit verzichten. Und den Gastronomen und Geschäftsinhabern empfehle ich herzlich, auf Bestechungsversuche zu verzichten; Provisionen oder ein freies Essen, wie in der Gastronomie für Stadtführer durchaus üblich, haben mich noch nie dazu gebracht, meinen Gästen etwas zu empfehlen, das ich mit meinen Freunden oder der Familie meiden würde. Es wird also ganz privat zugehen, dorthin, wo ich meinen Kaffee trinke oder meinen Wein und mein Brot kaufe, in Ordnung?
Die Beiträge erscheinen erst einmal hier bei preußischblau in loser Folge, und wenn sich einiges angesammelt hat, schiebe ich das Ganze dann rüber zu den "Extras", damit Sie es dann einfach finden können.
Den Anfang macht die russische Küche, das paßt so gut zum Wetter:
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Moosbeerensaft zum Kosakentopf
In der Russischen Kolonie Alexandrowka etwas anderes als russische Küche zu erwarten, fällt einem wohl nicht ein. Daß es überhaupt ein Restaurant hier gibt, ist aber durchaus ungewöhnlich und letzten Endes nur der Kompromißfähigkeit des Denkmalschutzes zu danken. Das sogenannte Aufseherhaus der Kolonie, Alexandrowka Nr. 1, war für eine gastronomische Umnutzung sicher noch am besten geeignet, verlangt aber besonders vom Koch des Hauses hingebungsvolle Liebe zum Beruf. Anders gesagt, meine Küche ist bedeutend größer. Für die Gäste gibt es dabei nur eine Einschränkung (oder auch Vorteil, je nachdem): In den beiden kleinen Gasträumen darf nicht geraucht werden. Raucher, die gar nicht anders können, müssen rausgehen oder auf den Sommer warten, dann sitzt man auch sehr schön im Garten hinterm Haus.
Es läßt sich hier sehr angenehm und ausgiebig Wodka trinken, gern einhundertgrammweise, weil dazu immer Brot und Speck und saure Gurken serviert werden, was die Aufnahmefähigkeit doch sehr steigert und der oft unterschlagene Aspekt der legendären russischen Trinkfestigkeit ist. Es wäre aber doch schade um die Blinis mit Schmand und Kaviar, um die Fisch- oder Sauerkrautsuppe, um die gefüllten Pelmeni - auch in der vegetarischen Variante, den Kosakentopf (von artgerecht gehaltenen Kosaken, ähem) und um das Moskauer Eis natürlich. Um nur das zu nennen, was wir zu viert neulich zu uns nahmen. Es sei davor gewarnt, als einzelne Person zu viel Ehrgeiz zu entwickeln und ein Drei-Gänge-Menü zu sich nehmen zu wollen - es ist schlicht zu viel, auch wenn die Portionen so groß gar nicht wirken. Aber für die Leichtigkeit der Zutaten ist die russische Küche eben nicht wirklich bekannt, oder?
Dazu Moosbeerensaft oder Kwas, Tee vom Samowar oder Pinot Noir aus Moldawien - das gibt es, man glaubt es kaum - und hinterher dann doch Wodka natürlich; mit der Rechnung kommt noch Konfekt, das berühmte. Brot und Kuchen werden hier selbstgebacken, der Service ist sehr nett, aber nicht aufdringlich, natürlich zweisprachig, und man sitzt bei russischer Musik sehr intim in authentischen Räumen. Kitschig? Na, ich würde das doch authentisch nennen, nicht wahr?!
Besonderes Angebot ist die "Russische Festtafel" für Gesellschaften - auf Vorbestellung und, wenn gewünscht, mit handgemachter Musik. Wie man hört besonders beliebt für die nicht zu große Firmenweihnachtsfeier für Belegschaften, die vorher drei Wochen gefastet haben...
Vorspeisen zwischen 5 und 9 Euro, Hauptgerichte, auch von der wechselnden Jahreszeiten-Karte ab 10 Euro, ein kleiner Wodka 2,50 Euro.
Alexandrowka 1
Russische Kolonie Haus 1
Telefon: 0331-20 06 478
Mail: gast@sakuska.de
Website: www.alexandrowka-haus1.de
Dienstag bis Sonntag ab 11.30 Uhr geöffnet

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kontakt@visit-potsdam.de
mobil: 0177-8805780
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