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Das Potsdamer Weblog preußischblau: Aktuelles aus Potsdam und Notizen einer Stadtführerin.
31. Januar 2005
Russischer Winter
Es gibt in Potsdam einen Ort, der besonders schön ist im Schnee: Die Russische Kolonie Alexandrowka. Letzten Freitag habe ich die seltene Gelegenheit genutzt, um ein paar Fotos zu machen - Potsdam ist nämlich durchaus keine schneereiche Stadt im Winter. In der Alexandrowka steht die Kirche nicht im Dorf, sondern eine russisch-orthodoxe Kapelle auf dem Kapellenberg gleich nebenan:
Die Häuser haben große Gärten, die von Peter Joseph Lenné mit Obstgehölzen gestaltet und im BUGA-Jahr 2001 wiederhergestellt worden sind:
In der Mitte der Kolonie steht das frühere Aufseherhaus: Ein preußischer Leutnant führte Aufsicht über die russischen Sängersoldaten, die hier angesiedelt wurden. Heute scheint diese Aufgabe wohl in den Händen, ähem, Pfoten einer Katze zu liegen:
Vor kurzem hat hier auch ein kleines Museum eröffnet. Und trotz erhaltener Zeitzeugen sind auch die sanitären Anlagen inzwischen auf dem Stand des 21. Jahrhunderts:
Und hinter den privaten Toren, die normalerweise geschlossen bleiben, gibt es viele schöne Details zu entdecken...

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27. Januar 2005
Johannes Lepsius in Potsdam
90 Jahre sind seit dem Beginn des Völkermordes an den Armeniern vergangen
In den letzten Tagen hat ein Thema - nicht nur hier, sondern deutschlandweit - für Aufregung gesorgt, dem ich mehr und dauernde Aufmerksamkeit wünschte - allerdings aus anderem Anlaß:
"Im Schuljahr 2002 nahm das Bundesland Brandenburg, als erstes und zum ersten Mal in Deutschland, den Völkermord an den Armeniern in den Geschichtslehrplan auf. Das Beispiel hat keine Nachahmer gefunden, und seit Jahresbeginn ist der kleine Klammersatz zum Thema 'Entgrenzung von Kriegen; Ausrottung und Völkermord (zum Beispiel Genozid an der armenischen Bevölkerung Kleinasiens)' gestrichen." Zitat FAZ vom 25.1.2005
Mittlerweile ist die Landesregierung zurückgerudert, die Umstände der Affäre sind, vorsichtig gesagt, unschön. Mehr Informationen zur aktuellen Entwicklung finden Sie hier, in der PNN von heute.
Das Thema gehört zu Potsdam: Am Fuße des Pfingstberges gibt es ein Haus, in dem von 1907 bis 1925 Pfarrer Johannes Lepsius lebte und das jetzt von einem Verein saniert wird: Es soll Dokumentations- und Erinnerungsstätte werden.
"Schon zu Lebzeiten ist der Pfarrer eine Legende. Im Jahr 1915 tritt er dem osmanischen Kriegsminister Enver Pascha in Konstantinopel gegenüber. Der Theologe bittet den Politiker, die Mordmaschinerie, die gegen die armenische Minderheit in Gang ist, in letzter Minute zu stoppen. Aber er hat keinen Erfolg. Als Anwalt der Armenier hat sich Lepsius schon früh einen Namen gemacht. Schon im Jahr 1896 reist der Sohn eines Orientexperten in die Armeniergebiete, um mehr über frühere Massaker an der Bevölkerung zu erfahren. (...) Bei seinen Reisen durch die Armenier-Gebiete notiert er, getarnt als Teppichhändler, Berichte von Augenzeugen, sammelt statistisches Material. Vermischt mit persönlichen Betrachtungen und polemischen Attacken gegen die Täter entsteht daraus die Dokumentation 'Armenien und Europa', Untertitel: 'Eine Anklage wider die christlichen Großmächte und ein Aufruf an das christliche Deutschland'. Dem Auswärtigen Amt, um gute Beziehungen zum Osmanischen Reich bemüht, kommt das Buch damals höchst ungelegen."
Zitat aus einem Artikel in chrismon, 2001
Mehr Informationen (Links) zum Thema:
Pressestimmen sowie Text der Sendung "Report Mainz" aus dem Jahr 2001;
ein weiterer Artikel in der PNN - ebenfalls ganz aktuell von heute;
Website der Deutsch-Armenischen Gesellschaft, direkt zum Thema hier;
Website www.theforgotten.org, auch in deutscher Sprache (Flash-Animation)
Und für Lehrer, die auch nach anderen Quellen als den Vorlagen des Brandenburger Ministeriums suchen: www.teachgenocide.org - Tolerance Through Education (in englischer Sprache).
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24. Januar 2005
Und wieder ein Baustart
Am letzten Freitag wurde in prominenter Besetzung und bei bester Stimmung der Baubeginn für das Zentrum für Kunst und Soziokultur an der Schiffbauergasse gefeiert. Und während sich im Hauptsaal der Maschinenhalle alle mit heißem Kaffee aufwärmten, bin ich noch einmal durch die Nebenräume des Hauses geschlichen, das von Gottfried Pust erbaut wurde, jahrzehntelang als Bauschlosserei des Potsdamer Gaswerkes diente und seit einigen Jahren der fabrik als Arbeits- und Auftrittsort dient.
Oh ja, die Bauarbeiten haben begonnen! Und hier gibt es eine Baustellenbeschreibung...
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16. Januar 2005
Ein altes Foto, etwas Statistik und eine Einladung
Leider weiß ich gar nicht mehr, wer mir dieses alte Zeitungsfoto überlassen hat, aber von wem auch immer es ist: Es zeigt die Koksseparation des früheren Potsdamer Gaswerkes im Jahr 1956, erbaut von Gottfried Pust. Es gibt übrigens drei Architekten mit der höheren Macht im Namen, die an der Schiffbauergasse gebaut haben bzw. bauen: Martin Gottgetreu, Gottfried Pust und Gottfried Böhm.
So, das war der Versuch einer Überleitung zu etwas Besucherstatistik, die vor der ersten Führung in diesem Jahr vielleicht auf Interesse stoßen wird: 922, in Worten neunhundertzweiundzwanzig Teilnehmer waren zu Gast bei meinen Führungen über das Areal seit dem 25. Oktober 2003, übrigens der Tag vor der letzten Kommunalwahl in Potsdam (der letzte Termin, dessen Zahl eingeflossen ist, war der 4. Dezember 2004).
Zwei ausverkaufte Vorstellungen des neuen Potsdamer Theaters also. Diese Besucherzahlen teilen sich auf in Gäste, die bei meinen 20 öffentlichen Führungen teilgenommen haben, nämlich 725, und Gruppen, die Sondertermine bei mir vereinbart hatten, nämlich 197 Gäste bei dreizehn Terminen.
Der Besucherrekord bei einer Führung war am 4. Dezember letzten Jahres erreicht: Zwischen 109 und 116 Teilnehmer hatten mehrere großgewachsene Gäste gezählt, ich habe sie konservativ mit 100 Teilnehmern in die Statistik eingerechnet. Ja ja, ich weiß, jetzt wollen Sie auch die geringste Teilnehmerzahl bei einer Führung wissen - die verrate ich aber nicht! Nur so viel: Die Führungen finden auch nur für einen Gast statt - ganz so wenig Interesse gab es aber noch nicht, ähem.
Es geht ja viel um Transparenz in diesen Tagen, und deshalb sei Ehre, wem Ehre gebührt: Von den zwanzig öffentlichen Terminen hat der Sanierungsträger Potsdam von Juni bis Dezember 2004 mein Honorar übernommen, damit Sie kostenlos teilnehmen konnten und ich mir das notwendige feste Schuhwerk leisten kann.
Und es geht weiter: Die nächste öffentliche Führung, die erste in diesem Jahr, findet am 22. Januar statt. Sie sind herzlich eingeladen - es gibt wieder viel Neues zu berichten und, selbstverständlich, auch über die Historie des Ortes zu sprechen. Treffpunkt, mehr Informationen und auch die nächsten beiden Termine finden Sie wie immer hier.
Bleibt mir, mich bei den Unterstützern bzw. Kooperationspartnern meiner Führungen zu bedanken: Martin Schmidt-Roßleben, dem städtischen Beauftragten für die Schiffbauergasse, dem für das Areal zuständigen Sanierungsträger, der Stadt Potsdam sowie den Kollegen von der Presse, die es übernehmen, Sie immer über die aktuellen Termine zu informieren. Und Ihnen, den Besuchern meiner Führungen ebenso meinen herzlichen Dank für Ihr beeindruckendes Interesse - bei Wind und Wetter, Sturm, Regen und Schnee.
Und zum Schluß sei auch noch ein Geheimnis gelüftet, auf das Sie mich immer wieder ansprechen: In meiner Trinkflasche ist - Salbeitee! Besser gesagt, eine Spezial-Stadtführerinnen-Mischung aus Salbei, Melisse und Kamille, zusammengestellt von Kräuter-Heinrich in der Gutenbergstraße. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit - und nun das Wetter...
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14. Januar 2005
Alles so schön neu hier
Hier auf der Website gibt es ein paar Neuigkeiten - neues Jahr, neuer Inhalt. Da ich neben Deutsch auch in Englisch führe, gibt es jetzt auch eine englischsprachige Version - so, welcome now to all my english speaking guests! Außerdem wurden die Referenzen neu geordnet und es gibt - um einem großen Traum meiner Heimatstadt die Ehre zu erweisen - Informationen zu Potsdams Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas 2010.
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6. Januar 2005
Sperrung der Potsdamer Innenstadt
Am kommenden Sonnabend, den 8. Januar 2005, muß die Innenstadt wegen einer Bombenentschärfung von 8.00 bis voraussichtlich 14.00 Uhr gesperrt werden. Mehr Informationen sowie ein Stadtplanausschnitt, in dem das Sperrgebiet eingezeichnet ist, finden Sie hier.
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1. Januar 2005
Uns allen ein friedliches Neues Jahr!
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mobil: 0177-8805780
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