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Das Potsdamer Weblog preußischblau: Aktuelles aus Potsdam und Notizen einer Stadtführerin.
24. September 2004
Die Prinzessin und der Optiker
Ach ja, ich kann mich noch gut an sie erinnern. Ganz leise hat der ältere Herr diesen Satz vor sich hin gemurmelt. Ich laufe mit einer Gruppe von Optikern um den Cecilienhof, es ist eine Art Studienklassentreffen, die meisten sind wohl schon im Ruhestand.
An wen er sich erinnere, frage ich ihn. Er guckt mich an, erstaunt, daß ich ihn gehört habe, und dann lächelt er und sagt: Na, an Cecilie! Ich hab ihre Sehstärke gemessen. Ist lange her.
Sie sprechen tatsächlich von der Kronprinzessin? Er freut sich über meine Neugier: Ja klar, der Chef hat sich nicht getraut, der war zu schüchtern, also hab ich es gemacht. Hab Sie sogar mit Handkuß begrüßt. Sehr nette Frau! Sehr lange her. Er ruft seine Frau: Du, wann war die Cecilie bei mir im Laden, weißt du das noch?
Ach, das ist sehr lange her, sicher mehr als 45 Jahre!
Ob ich darüber schreiben darf, frage ich ihn. Und ob ich seinen Namen erwähnen darf, damit die Leute nicht glauben, ich denke mir das aus? Ja sicher, mein Name ist Thorausch. Meinen Sie, das liest wirklich jemand...
Und übrigens: Es ist tatsächlich mehr als 45 Jahre her, sogar mehr als 50 Jahre: Cecilie, die letzte preußische Kronprinzessin, ist 1954 gestorben.
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15. September 2004
Die Kunst gehört unter die Leute
Es ist Grafikmesse in der Schinkelhalle! Ja, das ist die eine von den Reithallen in der Schiffbauergasse. Am 18. und 19. September, und am Abend des 17. September ist Eröffnung, und Matthias Platzeck ist auch dabei. Und nun los und Grafik gekauft und Schinkelhalle geguckt (die ist nämlich normalerweise nicht öffentlich zugänglich) und ein Großartig! Wunderbar! Gut gemacht! der Sperl Galerie zugerufen - die haben das nämlich organisiert und möglich gemacht.
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12. September 2004
Himmel und Menschen
beim Theater-Richtfest an der Schiffbauergasse letzten Freitag. Und unglaublich viele Interessierte auch bei den beiden Führungsterminen am Nachmittag: Beim ersten Mal bin ich mit ungefähr achtzig Leuten über das Gelände gelaufen, beim zweiten Mal waren es noch gute fünfzig - sehr vorsichtig geschätzt. Ich bin ja nicht zimperlich, aber am Abend war dann Schluß mit meiner Stimme - mein Mann verbrachte einen sehr schweigsamen Abend mit mir.
Übrigens: Auch der dritte Führungstermin, den Martin Schmidt-Roßleben übernommen hatte, war noch sehr gut besucht - gut dreißig Leute waren das noch einmal, oder? Alles Leute, die an diesem europaweit einmaligen Experiment interessiert sind, daß "freie" mit sog. Hochkultur und Gewerbeansiedlungen kombiniert. Und alles auch Theaterbesucher hoffentlich...

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7. September 2004
Schiffbauergasse - im Trubel oder in Ruhe
Am kommenden Freitag, den 10. September gibt es im Rahmen des Theater-Richtfestes um 16.00 Uhr, 17.30 Uhr und 18.30 Uhr Führungen über das Areal der Schiffbauergasse. Die ersten beiden übernehme ich, die dritte Führung übernimmt bei Bedarf der städtische Beauftragte Martin Schmidt-Roßleben höchstselbst. Treffpunkt ist immer der blaue Ausstellungscontainer hinter der Reithalle B (T-Werk) auf dem Gelände.
Wer lieber in Ruhe und ohne Trubel über das Gelände gehen möchte, hat dann am Sonnabend, den 11. September dazu Gelegenheit. Treffpunkt dafür ist wie immer an der Villa Tummeley auf der Berliner Straße, gegenüber der Einmündung Otto-Nagel-Straße. Übrigens ist die Straßenbahnhaltestelle dort stadtauswärts mittlerweile auch in "Schiffbauergasse" umbenannt worden. Für diesen Termin bitte ich Sie herzlich um Anmeldung - ab 50 Personen dringe ich mit meiner Stimme wirklich nicht mehr durch...
An beiden Tagen sind die Führungen für die Besucher kostenlos - dank des Engagements des Sanierungsträgers und der Stadt Potsdam.
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2. September 2004
Ein schwarzer Abend
Um zehn bekam ich einen Anruf von meiner Freundin aus Weimar: Die Bibliothek brennt! Im Fernsehen erst nach einer halben Stunde eine dürre Nachricht, der Ministerpräsident Thüringens sitzt in einer Live-Talk-Show im ZDF und weiß offenbar von nichts. Der MDR weiß erst um elf etwas, und nur im Teletext. Keine Programmunterbrechung, keine Nachrichtenzeile, die durchs Bild läuft. Und die Weimarer sind zusammengelaufen und können nur ohnmächtig zusehen. Mein Vater sagt am Telefon: Ich war grad dort, die pumpen eine Sintflut Wasser da rein. Was das Feuer übrig läßt, zerstört das Wasser.
Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe Weimars. Es ist so, als würde Schloß Sanssouci brennen. Ein Sanssouci gefüllt mit wertvollen Büchern...
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