Aktuelles > preußischblau
Das Potsdamer Weblog preußischblau: Aktuelles aus Potsdam und Notizen einer Stadtführerin.
27. Mai 2003
Ausstellung zur Garnisonkirche
Ministerpräsident Matthias Platzeck wird am Sonnabend, den 31. Mai die Ausstellung "Potsdamer Garnisonkirche" eröffnen. Die Garnisonkirche, während der Regentschaft des Soldatenkönigs erbaut, war prägender Bestandteil der Stadtbildsilhouette von Potsdam und galt als eine der schönsten Barockkirchen Deutschlands. Sie war 1933 Schauplatz des "Tages von Potsdam", wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt und 1968 gesprengt.
Seit dem Mauerfall gibt es zum Teil sehr emotional geführte Diskussionen über einen möglichen Wiederaufbau. Die Ausstellung will unter anderem auch für die Nutzung der wiederaufgebauten Kirche als Versöhnungszentrum werben. Im Anschluß an die Eröffnung gibt es eine moderierte Podiumsdiskussion, an der u. a. Hans Koschnick und der Brigadekommandeur Heinrich Brauss teilnehmen.
Die Ausstellungsräume sind in der Breiten Straße 7 untergebracht, ganz in der Nähe der Plantage, wo seit einigen Jahren auch das durch Spenden zurückgewonnene Glockenspiel der Kirche wieder die Melodie "Üb immer Treu und Redlichkeit..." spielt.
[link]
17. Mai 2003
Einmal ein Wikinger sein
Ich hatte hier in preußischblau über das Wikingerschiff Kari geschrieben, das seit Anfang Mai zwischen der Matrosenstation Kongsnaes an der Schwanenallee in der Nähe der Glienicker Brücke und der Sacrower Heilandskirche pendelt. Weil es eine neue Attraktion in Potsdam und einfach eine gute Idee ist, und für gute Ideen soll man werben. Diese Woche bekam ich eine Anfrage zu Preisen und Abfahrtszeiten - und dies mag ja von allgemeinem Interesse sein.
Also, die Kari pendelt bis zum 31. Oktober außer montags täglich zwischen 10 und 18 Uhr, erste Abfahrt ab Schwanenallee, ungefähr alle halbe Stunde. Fahrräder können mitgenommen werden.
Erwachsene zahlen für eine einfache Fahrt 3 Euro, für Hin- und Rückfahrt 5 Euro (Kinder bis 7 kostenfrei, ab 7 bis 14 Jahre 2 bzw. 3 Euro).
Das Schiff kann auch gechartert werden:
Kurzfahrt (2 Stunden) 130 Euro
Halbtagesfahrt (4 Stunden) 230 Euro
Ganztagesfahrt (6 Stunden) 330 Euro
Bis zu 20 Personen können mitfahren, bis zu 16 Personen können rudern, wenn sie möchten, sonst wird gesegelt oder mit Motor gefahren. Essen und Trinken kann bzw. muß mitgebracht werden. Bei individuellen Routen entstehen eventuell Zusatzkosten für Liegegebühren o.ä.
Der Fährbetrieb ordnet sich dem Charterbetrieb unter, heute gab es z.B. eine Charterfahrt ab 15 Uhr, was durch einen Anschlag am Anleger bekannt gemacht wurde. Das Schiff ist Eigentum des Vereins eviga in Berlin. Anfragen an wikingerschiff@eviga.de.
Schwimmwesten sind vorhanden.
[link]
15. Mai 2003
"... mit schönem Blau, dass sich das Gelbe hebet, angedufftet..."
Friedrich der Große hatte 1762 bei der Meißener Porzellanmanufaktur ein "Japanisches Service" bestellt, und dabei hatte der Preußenkönig sehr genaue Angaben zur Gestaltung gemacht. Es war als Geschirr für das Chinesische Teehaus im Park Sanssouci gedacht.
Der König hatte das Porzellan später nach und nach verschenkt und durch Teile aus der eigenen Königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin ersetzt. Nach mehr als 200 Jahren waren im vergangenen Herbst nun 26 Teile des Japanischen Services auf dem amerikanischen Kunstmarkt aufgetaucht - warum und woher bleibt ein Geheimnis. Mit Hilfe der Cornelsen-Kulturstiftung wurde der Ankauf finanziert.
Die erworbenen Teile wurden jetzt zu einer Desserttafel zusammengestellt und sind - natürlich im Chinesischen Teehaus - bis 15. Oktober zwischen 10 und 17 Uhr (außer montags) zu besichtigen. Aber nicht an den Zuckerfrüchten naschen!
[link]
Tausendschön?
Die beiden Amerikaner waren ganz ergriffen, als wir im Innenhof von Schloß Cecilienhof standen. Das Schloß, 1945 Schauplatz der Potsdamer Konferenz, stand ganz oben auf ihrer Wunschliste, noch vor Sanssouci.
Truman stammte auch aus Missouri, wissen Sie. Nein, das wußte ich nicht. Ach, Sie wußten noch gar nicht, daß Stadtführer immer auch von ihren Gästen lernen?
Mir war dort an diesem Tag etwas ganz anderes aufgefallen: Stalin hatte - als Symbol seiner Macht - zur Konferenz ein Blumenbeet in Form eines roten Sowjetsterns anlegen lassen. Und auch nachdem die russischen Truppen 1994 Deutschland endgültig verlassen hatten, entschloß man sich, diese Pflanzung aus historischen Gründen zu erhalten.
Die Frühjahrsbepflanzung des Sterns besteht in diesem Jahr aus roten Tausendschönchen - Blumen, die Unschuld und Reinheit symbolisieren...
[link]
13. Mai 2003
Das Wasser kehrt zurück
Fürst Pückler schuf ab 1843 verschiedene Wasserkünste für den Park Babelsberg, darunter den Wilhelmwasserfall - benannt nach dem Hausherrn des Schlosses Babelsberg, einen 40 Meter hoch aus der Glienicker Lake aufsteigenden Geysir, einen "Schwarzes Meer" genannten See sowie mehrere Bäche und 13 Fontänen. Das dafür benötigte Wasser wurde von Pumpen im Maschinenhaus, das Ludwig Persius im normannischen Stil gebaut hatte, aus der Havel in Vorratsbecken auf dem Babelsberg befördert.
1939 wurde der Betrieb der Wasserkünste eingestellt und nicht wieder aufgenommen, bis auf den sog. Kindermannsee blieb das Wasser aus dem Park verschwunden. Jetzt war von der Stiftung zu hören, daß die Instandsetzung des Wassernetzes, seit Mitte der 90er Jahre betrieben, im Jahr 2005 abgeschlossen sein wird. Und dann werden wieder weiße Wasserrosen im Schwarzen Meer blühen...
[link]
10. Mai 2003
Friedrich auf der Seebühne
Ab dem 3. Juli gibt das Hans-Otto-Theater Peter Hacks' Lustspiel "Der Müller von Sanssouci" auf der Seebühne im Krongut Bornstedt. Die Aufführung wird von einem kleinen Orchester begleitet, das vom Preußenkönig komponierte Musik spielen wird.
Die Geschichte vom Müller von Sanssouci, dessen Mühlenklappern den Unmut Friedrichs II. erregte, ist eine vielzitierte Anekdote - wahr ist sie nicht. Aber Geschichten müssen ja nicht wahr sein, wenn sie gut sind, oder? Und das Krongut - einen Steinwurf entfernt von Schloß Sanssouci und der Historischen Mühle - wird die denkbar schönste Kulisse für dieses Sommertheater geben.
[link]
9. Mai 2003
Rote Westen
Sagen Sie mal, wer sind denn all die Frauen dort in den weißen Blusen und roten Westen? fragt ein Gast, als wir am Stadtkanal stehen. Alle neuen Bänke am zweiten, wiedergewonnenen Teilstück des ursprünglich zwei Kilometer langen Kanals sind besetzt von plaudernden Frauen in roten Westen. Mhm. Der Nikolaisaal ist um die Ecke, aber wer hätte denn dort solche Westen -
Ein Chor, es muß ein Chor sein! Und zwar der Frauenchor der Volkssolidarität beim 5. Landesweiten Chortreffen, wie ich heute aus der Zeitung erfahre. Und auf dem Foto sind all die Frauen in den roten Westen beim Singen zu sehen.
[link]
Freie Sicht
Noch etwas heute? fragt der Mann an der Kasse der Tankstelle.
Ich: Nein danke, aber ich muß noch die Scheiben putzen. Der Blütenstaub -
Er: Das mach' ich, dann geht es schneller.
Ich: Support your local business. Ähem, ich meine: Dankeschön!
Er: Ah, heute Führung in Englisch. Na dann: Have a nice day!
Ja, an dieser Tankstelle, die uns hier den Tante-Emma-Laden ersetzt, spricht man auch Englisch. Und es ist wohl die einzige Tankstelle in Potsdam mit Fliederduft aus dem benachbarten Garten. Und wer jetzt weiß, welche ich meine, bekommt einen Kaffee spendiert.
[link]
7. Mai 2003
Früher auf den Pfingstberg
Schon ab dem 26. Juni wird der restaurierte Ostturm des Pfingstberg-Belvederes den Besuchern offen stehen, der Westturm ist schon seit April 2001 fertig. Ursprünglich war die Gesamteröffnung des wiederhergestellten Belvederes erst für Juli geplant, der Terminkalender des Bundespräsidenten hat aber nun die Bauarbeiten offenbar beschleunigt. Johannes Rau hatte den Wunsch geäußert, an der Einweihungsfeier teilzunehmen.
Am 25. Juni wird der Bundespräsident zusammen mit den Hauptsponsoren bei einer Premierenfeier, die geladenen Gästen vorbehalten ist, als erster den Ostturm besteigen. Ab dem nächsten Tag ist er für alle geöffnet, am Wochenende des 28. und 29. Juni wird es ein großes Eröffnungsfest auf dem Pfingstberg geben.
[link]
4. Mai 2003
"Gepackt voll!"
Einer meiner Gäste hatte gestern vormittag eine recht unbequeme Anfahrt aus Berlin: Wegen des Blütenfestes in Werder, das heute endet, war der Regionalexpress, der über Potsdam weiter in die Hauptstadt des Obstweines fährt, schon ab Alexanderplatz "gepackt voll". Zum Glück hatten wir uns am Bahnhof Wannsee verabredet, so daß die Potsdam-Liebhaberin der drangvollen Enge schon etwas früher entfliehen konnte. Die Bahn hatte zwar Sonderzüge nach Werder eingesetzt, um der Pilgerfahrt der Berliner zu den blühenden Bäumen Herr zu werden - ausreichend war ihr Einsatz offenbar nicht.
Übrigens hole ich Gäste gern in Wannsee ab: Die Fahrt über Königsstraße und Glienicker Brücke ist doch die schönste Art, nach Potsdam zu kommen.
[link]
kontakt@visit-potsdam.de
mobil: 0177-8805780
Abonnieren
Posts [Atom]