Palazzo Barberini in Rom

Und so sieht es also aus – das Vorbild für den unter Friedrich II. in Potsdam gebauten Palast Barberini, der im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und dann abgerissen wurde. Wieder aufgebaut und seit etwas mehr als einem Jahr wiedereröffnet als Museum Barberini. Auch das Original ist übrigens ein Museum.

Und noch ein Einkaufstip für die Damen: In der nahegelegenen Via Sistina können Sie feinste, futterlose Lederhandschuhe erwerben – schauen Sie im Geschäft mit der Hausnummer 142. Gern geschehen!

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Die Bundeswehr in Potsdam und jemand erschreckt sich

Potsdam war seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts Garnisonstadt Preußens, beschlossen und mit einer enorm großen Stadterweiterung ermöglicht durch Friedrich Wilhelm I., den “Soldatenkönig”. Potsdam blieb auch nach dem Ende der Monarchie eine Stadt des Militärs, besonders viele Soldaten gab es dann wieder zu DDR-Zeiten in der Stadt: sowjetische Streitkräfte und natürlich die Angehörigen der NVA. Soldaten in Uniform gehörten zum Stadtbild, daran habe ich lebhafte Erinnerungen. Kasernenstandorte gab es nicht nur am Stadtrand, sondern z.B. auch rechts und links der Berliner Straße; und ab und zu rollten auch einmal Panzer durch die Straßen.

Seit 2005 befindet sich das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam; die Fregatte “Brandenburg” pflegt eine enge Partnerschaft mit dem Landtag, und es sind auch regelmäßig Soldaten anderer Länder in Uniform im Stadtbild zu sehen, besonders häufig natürlich am Schloß Sanssouci und Schloß Cecilienhof.

Offenbar war aber jemandem der Anblick einer Gruppe Bundeswehrsoldaten, die über die Lange Brücke liefen und dazu auch noch eine deutsche Fahne mit sich führten, derart fremd oder bedrohlich oder lästig, daß er oder sie die Polizei rief, welche pflichtschuldig anrückte. Ja, Sie haben richtig gelesen – jemand hat die Polizei gerufen, weil deutsche Soldaten in Uniform durch Potsdam “marschierten”. Also richtigerweise wanderten sie, übrigens als Training für eine Veranstaltung in den Niederlanden. Das ganze wurde von der MAZ berichtet, u.a. in diesem Artikel, in dem es auch um die vielen Reaktionen auf diesen “Zwischenfall” geht.

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Natan Scharanski in der “Washington Post”

Natan Scharanski, der “letzte Dissident auf der Glienicker Brücke”, äußert sich heute in einem Artikel in der Washington Post zu den Demonstrationen im Iran. Unter der Überschrift “The West should stop dithering and show its support for the protesters in Iran” (Der Westen sollte aufhören zu zittern und seine Unterstützung für die Protestierenden im Iran zeigen) schreibt Scharanski u.a.:

“Any regime that refuses to respect its citizens’ most basic rights, and especially the right to think and speak freely, can maintain its power only by intimidation and force.” (Jedes Regime, welches die grundlegenden Rechte seiner Bürger nicht respektiert, insbesondere das Recht, frei zu denken und zu sprechen, kann seine Macht nur mit Einschüchterung und Gewalt erhalten.)

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“Die auf den Herren harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler.”

So lautet der Giebelspruch am Haupthaus der Frankeschen Stiftung in Halle (Saale), mit welchem ich meinen Gästen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest wünsche.

Potsdamer! Kommst Du nach Halle, dann besuche die Frankesche Stiftung, denn diese Stiftung hat den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. zur Gründung des Großen Militärwaisenhauses in Potsdam inspiriert.

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Erich von Falkenhayn in Palästina

Heute findet sich in der “Welt” ein Artikel über Erich von Falkenhayn, welcher “im November 1917 ein Pogrom an Juden durch osmanische Militärs” in Palästina verhinderte:

“(…) alle Zionisten und die gesamte jüdische Bevölkerung müsse ‘mit tiefer Dankbarkeit an Falkenhayn denken, der durch Verhinderung einer geplanten vollständigen Evakuierung dieses Gebietes die Zivilbevölkerung vor dem Untergang bewahrt hat’. (…)”

Falkenhayns Grab befindet sich auf dem Bornstedter Friedhof in Potsdam; und dort übrigens auch ein Gedenkstein an seinen Schwiegersohn Henning von Tresckow, der maßgeblich an den Attentatsplänen des 20. Juli 1944 beteiligt war. Falkenhayn hat die Heirat seiner Tochter Erika 1926 allerdings nicht mehr miterlebt; er starb 1922 auf Schloß Lindstedt.

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Mehr Stadtführer für Potsdam

Ich habe heute mal wieder einen “Gästeführer”-Kurs an der Volkshochschule eröffnet – 20 zukünftige Kollegen werden in den nächsten Monaten von der VHS in Kooperation mit der IHK Potsdam qualifiziert, Ende Mai 2018 geprüft (auch von mir!) und dann hochmotiviert und mit Wissen über Potsdam vollgestopft auf neugierige Gäste der Stadt losgelassen. Hurra!

(Und ja, offiziell heißt es Gästeführer, ich bevorzuge für mich allerdings das Wort Stadtführerin. Jeder, wie er mag…)

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Etwas Statistik im Oktober

Anläßlich einer Stadtrundfahrt, die ich letzten Mittwoch kurzfristig übernommen habe, wollte ich im Nachhinein gern einmal genauer wissen, wie es eigentlich um die Truppenstärke der Nachbarn meines Landes steht. (Wieviele Soldaten Deutschland hat, wußte ich tatsächlich schon.)

Deutschland hat über 82 Millionen Einwohner. Potsdam ist die zweitkleinste Landeshauptstadt Deutschlands und hat aktuell 174.000 Einwohner – und wächst weiter sehr schnell. Wir werden sicher im nächsten Jahr die Marke von 178.000 Einwohnern knacken. Dann gäbe es genau soviele Potsdamer wie Bundeswehrsoldaten. Das ganze Deutschland wird also von Potsdamern verteidigt – rein zahlenmäßig natürlich. Und natürlich nur gegen feindselige Außerirdische – andere Bedrohungsfälle sind uns ja schlicht unvorstellbar. (Und Außerirdische landen in all den großen Kinofilmen ausschließlich in den USA, also ist das natürlich alles sehr theoretisch.)

Unsere geografischen Nachbarn sind übrigens auf den Angriff von Außerirdischen etwas besser vorbereitet: Polen hat bei 38 Millionen Einwohner und 103.000 Soldaten; Dänemark 6 Millionen Einwohner und 16.000 Soldaten; die Niederlande haben 17 Millionen Einwohner und 41.000 Soldaten; Belgien 11 Millionen Einwohner und 31.000 Soldaten; Frankreich hat 67 Millionen Einwohner und 207.000 Soldaten; Tschechien 11 Millionen Einwohner und 21.000 Soldaten. (Österreich und die Schweiz sind nicht in der NATO und werden dann wohl auf eigene Faust gegen die Außerirdischen kämpfen müssen. Und Luxemburg habe ich jetzt einmal komplett außen vorgelassen – ich bitte um Verständnis.)

Wie man diesen Statistiken entnehmen kann, wird Potsdam im Sinne von Truppenstärke im Falle eines Angriffes also an der Seite einer französischen Stadt mit 207.000 Einwohnern kämpfen. Obwohl Frankreich 16 Millionen weniger Einwohner als Deutschland hat. Aber das nehmen uns die Franzosen bestimmt nicht übel…

Kleiner Nachtrag vom 5. Dezember:
Ich habe gestern abend jemanden gebeten, die Truppenstärke der Bundeswehr zu schätzen (ohne Reservisten). Der junge Mann zögerte, rief sich die Bevölkerungszahl Deutschlands vor Augen (82 Mio.) und sagte dann: 2,5 Millionen Soldaten.

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Respekt

Menschen in ihrer Berufsausübung (und auch privat und sowieso und überhaupt) mit Respekt zu behandeln, ist selbstverständlich. Ich tue das tatsächlich und immer, und erst recht als Stadtführerin meinen Gästen gegenüber. So bin ich erzogen worden; das ist so klar, so natürlich (und wenn es so geschrieben steht eigentlich auch langweilig-selbstverständlich), gell?

Es gibt aber genau eine Berufsgruppe in diesem Land (Hinweis: die Wehrpflicht ist in Deutschland abgeschafft), für die dieser Respekt etwas außerordentlich Seltenes ist. Und so schön es für mich ist, wenn meine Gäste froh sind über meinen respektvollen Umgang mit ihnen; so wütend – nein, nicht traurig, sondern wütend! – macht es mich, daß ich für sie eine solche Ausnahme darstelle.

Das sind Menschen, die entscheiden, daß sie in ihrem Beruf im Falle des Falles bereit sind, ihr Leben zu geben. Respekt ist dann ja wohl das Mindeste, was wir Zivilisten ihnen schulden.

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Der letzte Dissident auf der Glienicker Brücke

Während der heutigen Stadtrundfahrt mit Parlamentariern aus Adscharien, einer Autonomen Republik Georgiens, besuchten wir auch die Glienicker Brücke. Dabei erzählte ich u.a. von dem letzten “Agenten-Austausch”, der 1986 auf der Brücke stattgefunden hatte.

Teil dieses Austausches war auch ein sowjetischer Bürgerrechtler und Dissident, der die Brücke zuerst überqueren durfte. Sein Name war Anatoli Schtscharanski, heute Natan Scharanski.

Kaum hatte ich davon erzählt, zückte ein Georgier sein Smartphone, durchsuchte kurz seine Dateien und zeigte dann stolz ein Foto von Scharanski – er hätte ihn vor wenigen Jahren in Israel getroffen! Die Welt ist klein…

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Die Mauer von zwei Seiten

Nächsten Dienstag, am 12. September, darf ich mit dem Maler Peter Rohn und dem Fotografen Manfred Hamm über die Grenzanlagen inmitten der Potsdam-Berliner Parklandschaft sprechen. Die Veranstaltung im Filmmuseum beginnt um 18 Uhr mit dem Film “Gärtner führen keine Kriege”, und nach einer kleinen Pause erinnern wir uns dann im Gespräch daran, welche Zerstörungen die Mauer in einer der schönsten Kulturlandschaften Europas angerichtet hat.

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