Rußland trifft den Iran in Potsdam

Gestern bekam ich von der Königin-Luise-Stiftung per Email Fotos geschickt, die während verschiedener Führungen in diesem Frühsommer aufgenommen wurden – vielen Dank! Die Stiftung engagiert sich u.a. für den deutsch-iranischen Schüleraustausch, und ich kann mich sehr gut an meine Stadtführung für eine Gruppe iranischer Schülerinnen erinnern.

Weil sie die Farbe so lieben, waren zufällig alle Mädchen an diesem Tag in Rosa gekleidet. Als wir den Kapellenberg hochliefen und die russisch-orthodoxe Kapelle in unseren Blick kam, waren besonders die begleitenden Lehrerinnen schier begeistert über die farbliche Übereinstimmung, und es mußten natürlich erst einmal viele Fotos gemacht werden:
Iranische Schülerinnen an der russisch-orthodoxen Kapelle in Potsdam
Die Kapelle war an diesem Tag geöffnet, eine alte russische Frau hielt Tempelwache, und wir konnten eintreten. Auf einem kleinen Tisch brannten Kerzen in Erinnerung und im Gedenken an alle Menschen, die in Auschwitz getötet wurden – so stand es auf einem handgeschriebenen Pappschild. Ich kaufte eine kleine Bienenwachskerze, um sie dort anzuzünden und eines der Mädchen fragte mich, was das bedeutet. Ich übersetzte ihr den Wortlaut des Schildes – die ganze Führung fand in Englisch statt.

Das Mädchen suchte in ihrer Tasche nach Geld und kaufte eine Kerze. Als sie an den Tisch trat, kamen die anderen Schülerinnen dazu, im Flüsterton und dieses Mal in ihrer Muttersprache verständigten sie sich über den Sinn der brennenden Kerzen. Dann stellten sie schweigend ihre Kerze zu den anderen, aufmerksam beobachtet von der alten Russin. Später zogen sie dann fröhlich singend durch die Russische Kolonie Alexandrowka…

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