Man spricht Ewe

Letzte Woche lief ich mit Gästen von mir – einem amerikanischen Paar, das seit mehr als zwei Jahren in Rom lebt und arbeitet – durch die Potsdamer Innenstadt. Vor dem Afrika-Laden in der Dortustraße weckten die Kochbananen und Yams das Interesse der beiden, wir gingen hinein. Potsdam ist eine kleine Stadt, man kennt sich hier: Anas, der Ladeninhaber, und ich grüßten uns und ich erklärte ihm, daß meine amerikanischen Gäste sich für afrikanische Lebensmittel interessierten. Und Kate, die Amerikanerin aus Rom, fragte ihn auf Englisch, wo seine Wurzeln wären.

Er antwortete, ebenfalls auf Englisch, er käme aus Togo. Kate wechselte ins Französische, der offiziellen Verkehrssprache in Togo. Anas strahlte. Aber beim nächsten Satz von ihr fiel er dann fast um vor Erstaunen, sie hatte wieder die Sprache gewechselt, und dieses Mal verstand niemand im Laden außer ihr und Anas noch irgendein Wort: Sie sprachen jetzt Ewe miteinander, eine der afrikanischen Umgangssprachen in Togo. Und ich weiß das auch nur, weil die beiden sich netterweise kurz unterbrachen, um uns andere – auf Englisch und Deutsch – in Kenntnis zu setzen, was gerade vor sich ging…

Die Welt ist klein – seien Sie darauf vorbereitet, wenn Sie nach Potsdam kommen.

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